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Stadtgemeinde Gmunden

7. Welt-Salon

Diskussion mit: Herfried Münkler (Professor, Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin), Peter Huemer (Historiker)
Rotary Club Gmunden Traunsee (Projektträger)

Die drückende Zwangsherrschaft eines bayerischen Statthalters führte zu einem Aufstand, der in den Schrecknissen des Oberösterreichischen Bauernkriegs 1626 kulminierte. Aus den Folgen der gegenreformatorischen Vertreibung von damals können ähnliche Ereignisse bis heute gelesen werden. Das Seeschloss Ort als damaliger Sitz des Statthalters mit Nähe zur entscheidenden Schlacht bei Gmunden ist Ausgangspunkt, um die Verbindungen von Ideologie und Religion als Herrschaftsinstrument, von Regional- und Welt-Geschichte zu diskutieren – moderiert von Historiker Peter Huemer.

Das Salzkammergut ist ein von Geschichte und Migration geprägter Kulturraum. Das Salzvorkommen und dessen Abbau beherrschen den wirtschaftlichen Sektor der Region und erzeugten über die Jahrhunderte hinweg arbeitsbedingte Migrationsbewegungen. Im 16. Jh. kam es z.B. zu Zwangsabsiedelungen von Anhänger*innen der Reformationslehre. Im 19. Jh. etablierte sich unter Kaiser Franz Joseph und auf Grund der atemberaubenden Natur eine lebendige Sommerfrische, die zu einer frühen touristischen Infrastruktur führte und Künstler*innen aus ganz Europa anzog. In den 30er Jahren des 20. Jh. mussten unter der Herrschaft der Nationalsozialisten Jüd*innen, aber auch Widerstandskämpfer*innen die Region und das Land verlassen bzw. wurden vertrieben. Gleichzeitig kamen zahlreiche „Aussiedler*innen“ aus Südtirol in dieser Zeit im Rahmen der sogenannten „Option Salzkammergut“ in die Region. Dies sind nur einige wenige Geschichten, die von Migration im Salzkammergut erzählen. Bis heute ist diese prosperierende Region Anziehungspunkt für Menschen aus vielen verschiedenen Ländern, die Arbeit im Tourismus, im Handel oder auch in der Pflege suchen. Sichtbar wird dieser Reichtum an Communities auch in den zahlreichen Gastronomie-Betrieben, die eine willkommene Ergänzung zu den regionalen kulinarischen Angeboten bieten. Der Welt-Salon greift die Idee des historischen Salon-Konzepts als gesellschaftlichem Treffpunkt zwischen öffentlichem und privatem Bereich, als Ort des Austausches über Themen wie Politik, Kultur und Wirtschaft, wieder auf, Konkret sind Vertreter*innen von Communities und Expert*innen eingeladen über historische Zu- und Abwanderung zu diskutieren. Ziel ist es, voneinander zu lernen und ein gegenseitiges Verständnis für ein Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu erdenken. Geplant sind mehrere Module in verschiedenen Städten mit Schwerpunkt auf ein junges Publikum.

Eintritt frei!