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Stadtgemeinde Gmunden
©Thomas Aurin

Das Kalkwerk von Thomas Bernhard

Nach dem gleichnamigen Roman in einer Bühnenfassung von Philipp Preuss
Eine Weiterspielen-Neuproduktion der Fassung für die Schaubühne Berlin

Zum 95. Geburtstag von Thomas Bernhard am 9. Februar gelangt der Text, der den Autor erstmals einer breiteren Leserschaft bekannt machte, erstmals an seinen Schauplatz in theatraler Form zurück und feiert am 05.02.2026 seine Oberösterreich-Premiere im Stadttheater Gmunden. 

Seit Jahren will Konrad eine einzigartige Studie über das Gehör verfassen. Um sich endlich voll und ganz darauf konzentrieren zu können, ersteigert er ein stillgelegtes Kalkwerk. In der Abgeschiedenheit, ohne den störenden Einfluss der lärmenden Gesellschaft, beginnt er die Arbeit an seinem großen Werk. Seine gelähmte Frau dient ihm dabei als Versuchsobjekt:
Über Wochen und Monate testet er an der Wehrlosen die Wirkung verschiedenster Konsonanten, Vokale und Lautkonstellationen. Doch Konrad schafft es nicht, seine Gedanken auf Papier zu bringen. Als er einen Traum hat, in dem sich seine Frau bewegen kann, erkennt er schlagartig die Wahrheit. Ihr fehle sowohl die Disziplin als auch der Respekt, um ihm bei seinen Experimenten zu helfen. Konrad sieht nur noch einen Ausweg: er muss sie umbringen. 

Thomas Bernhards Roman, 1970 erschienen, erzählt die Geschichte einer verzweifelten, wütenden Obsession. Was passiert, wenn man am eigenen Anspruch scheitert und das Leben dadurch sinnlos erscheint? 

In der Darstellung des österreichischen Schauspielern Felix Römer sind Konrad und seine Frau untrennbar miteinander verschmolzen. Die Inszenierung von Philipp Preuss ist selbst ein Bühnenexperiment, eine Versuchsanordnung und ein Projekt der Sinneswahrnehmung. Konrad ist ein Gefangener seiner Obsessionen und dem Anspruch auf Absolutheit – sein Scheitern als vorgeblicher Wissenschaftler wird in dieser Sichtweise zum Scheitern des Künstlers, eine (Zwischen-)Bilanz scheiternder Kunstanstrengungen unserer Epoche.

Philipp Preuss und Felix Römer gelingt es, den Kontext zu erweitern und Brücken zu zeitgleich entstandenen Phänomenen der österreichischen Kunstszene zu schlagen: zur Wiener Gruppe mit ihren Laut-Experimenten oder zum Wiener Aktionismus mit seinen Happenings. Im Spiegel der Kunst seiner Zeit – wozu auch die Werke von Francis Bacon und die Erfindungen von Samuel Beckett zu zählen sind – erscheint Bernhards monomanische Prosa wilder und freier als sie üblicherweise verstanden wird. Der Gedanken-Exzess führt in die Kunst-Orgie.

„Durch Römers Ausdruckskraft erlangt der archaische Text schlagende Wucht.“
Magdalena Sporkmann, Die Welt

„Einem Feuerwerk gleich nimmt er den Raum ein, von der Bühne bis in den hintersten Winkel des Zuschauerraumes.“ Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Dagmar Ullmann-Bautz

„Ein erfrischend neuer Zugang, eine unerhörte Produktion.“ Ronald Pohl, Der Standard

Mit: Felix Römer 
Regie: Philipp Preuss
Bühne und Kostüme: Ramallah Aubrecht
Fotos: © Thomas Aurin
Aufführungsrechte Suhrkamp Theaterverlag, Berlin
Dauer: 75 Minuten, ohne Pause

Tickets in Kürze via www.oeticket.at
VVK € 22,– (Erm.) / € 30 (Kat. 3) / € 39,– (Kat. 2) / € 44,– (Kat.1) 

Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin
„DAS KALKWERK“ von Thomas Bernhard, Copyright (C) Thomas Aurin
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin
„DAS KALKWERK“ von Thomas Bernhard
Copyright (C) Thomas Aurin
Copyright (C) Thomas Aurin